Top 10 ähnliche Wörter oder Synonyme für postfaktische

konfrontative    0.611719

appeasement    0.590651

neoliberale    0.572709

neoliberaler    0.568512

bürgernahe    0.561649

technokratie    0.556304

expansive    0.548900

repressive    0.541625

postfaktischer    0.539951

populistische    0.537786

Top 30 analoge Wörter oder Synonyme für postfaktische

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Postfaktische Politik In den Vereinigten Staaten gibt es eine Traditionslinie der sozialpsychologischen Forschung zum Lügen. Wichtige Pionierarbeiten stammen von Bella DePaolo, die sich mit diesem Thema bereits seit Ende der 1970er Jahre beschäftigt. 1990 veröffentlichten Noelie Rodriguez und Alan Ryave ihre Studie "Telling lies in everyday life", in der sie aufwiesen, dass alle Menschen in ganz alltäglichen Situationen ständig schwindeln, ohne sich deshalb unwohl zu fühlen. Dem wachsenden Interesse der Öffentlichkeit am Lügen-Thema entsprechend, folgte die Sachbuchliteratur. 2001 publizierte Jeremy Campbell eine Kulturgeschichte des Lügens: "The liar’s tale: a history of falsehood".
Postfaktische Politik Seit etwa 2012 haben viele Autoren zu erklären versucht, was Politiker wie z. B. Donald Trump bewegt, leicht durchschaubare Unwahrheiten in großer Menge öffentlich zu äußern.
Postfaktische Politik Die Autorin Catherine Rampell fragt in der Washington Post "When the facts don’t matter, how can democracy survive?" ("Wenn Fakten nicht zählen, wie kann Demokratie bestehen?") und beschreibt, wie stark die unterschiedlichen Wählergruppen der US-Präsidentschaftswahl 2016 offizielle Daten nicht als Fakten anerkennen.
Postfaktische Politik Ott weist außerdem auf die Interessengebundenheit der Erkenntnis hin, es gehe stets um mehr als nur Fakten, auch wenn man scheinbar bloß von Fakten rede, auf die Schwierigkeit, tatsächlich immer alle Auffassungen aus Tatsachen abzuleiten, wenn man nicht gerade Experte sei und auf den Charakter des Politischen, bei dem Fakten nicht die einzige und auch nicht die entscheidende Rolle vor Interessen und Werten spielten. Für die Wahrheit sei immer ein Ideal ausschlaggebend, ein Ziel, ein die nackte Wirklichkeit übersteigenden Sinn.
Postfaktische Politik Die Rede von „postfaktischer Politik“ ist zuallererst polemisch. Sie wirft dem politischen Handeln vor, sich von Gefühlen leiten zu lassen. Sie lässt sich gegen die Hypermoral der politisch Korrekten ebenso wenden wie die Hassreden des neuen Populismus. Sie beschwört Faktengläubigkeit, indem sie bei den angeblich postfaktisch Denkenden den Mangel an Realismus beklagt. Sie übergeht, dass die Fakten, die so gern «knallhart» tun, selber Produkte von Deutungen sind.
Postfaktische Politik Als postfaktische Politik wird schlagwortartig ein politisches Denken und Handeln bezeichnet, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt dabei hinter den emotionalen Effekt der Aussage vor allem auf die eigene Interessengruppe zurück.
Postfaktische Politik Das Kommunikationsideal der Aufklärung fordert nach dem Philosophen und Soziologen Habermas für einen sachlichen und ethischen Ansprüchen genügenden Diskurs Argumente, darunter vor allem auch belegbare Fakten: Validierungsfähigkeit als Teil der Diskursivität. In einem so genannten postfaktischen Meinungsstreit werden hingegen Tatsachen abgestritten, von ihnen abgelenkt oder ihr Sachgehalt verwässert, ohne dass dies entscheidende Relevanz für das Zielpublikum hätte. Entscheidend für die von postfaktischer Politik angesprochene Zielgruppe ist, ob die angebotenen Erklärungsmodelle eine Nähe zu deren Gefühlswelt haben.
Postfaktische Politik Im Januar 2004 erschien "The Cheating Culture", dessen Autor David Callahan kulturpessimistische Töne anschlug und behauptete, dass Unaufrichtigkeit und Betrug auch unter Durchschnittsmenschen unter einem – auf den Neoliberalismus zurückgehenden – wachsenden wirtschaftlichen Druck in den letzten zwei Dekaden dramatisch zugenommen haben. Von libertärer Seite wurden Callahan daraufhin grobe Vereinfachungen komplexer Sachverhalte vorgeworfen. Im September desselben Jahres folgte "The Post-Truth Era" („Das Zeitalter nach der Wahrheit“) von Ralph Keyes, der – ohne Nachweise aufzuführen – ebenfalls behauptete, dass das Lügen in allen Lebensbereichen stark zugenommen habe, während die soziale Kontrolle, die Lügen früher wirkungsvoll eingedämmt habe, mehr und mehr versage. Die idiomatische Wendung „Post-Truth“ nahm von hier einen steilen Aufstieg. Die Redaktion des Oxford English Dictionary wählte die Wendung 2016 zu ihrem „Wort des Jahres“.
Postfaktische Politik Auch Frankfurt selbst hat sich 2016 in diesem Sinne noch einmal in direktem Bezug auf Trump geäußert. Jason Stanley kritisierte diese Deutung anschließend als grobe Verharmlosung.
Postfaktische Politik Spekulative Kommunikation als Bestandteil postfaktischer Politik wurde auch in den Landtagswahlen 2016 sichtbar, denn sie fiel in die Zeit, in der mehr als 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kamen. In „Lügenpresse – wie die AfD verstand, die spekulative Kommunikation zu nutzen“ beschreibt Eveline Lemke auch den Grad an Selbstreflexion der Medien im Wahlkampf in Rheinland-Pfalz und bundesweit in dieser Zeit. Die spekulative Kommunikation trieb u. a. Blüten, als 12 Millionäre in einer landesweiten Plakatkampagne mit dem Slogan „Mehr Sicherheit für unsere Frauen und Töchter“ zur Wahl der AfD aufriefen und so der AfD zum Einzug in den Landtag verhalfen.