Top 10 ähnliche Wörter oder Synonyme für pestepidemien

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Top 30 analoge Wörter oder Synonyme für pestepidemien

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Pestepidemien in Norwegen Die Chronik wurde zwischen 1542 und 1553 verfasst und liegt in einer Abschrift aus dem 17. Jahrhundert vor. Nach der "Lögmanns-annál" blieb in Nidaros ein Chorherr namens Lodin übrig. Er wählte (wahrscheinlich mit einigen neuen Chorherren) den neuen Erzbischof "Olav" (1350–1370). Wie weit sich die Pest nach Norden ausbreitete, ist nicht zu ermitteln. Die Quellen schweigen. Bekannt ist nur, dass kurze Zeit später über eine sehr geschrumpfte Bevölkerungszahl berichtet wird. Dies kann aber auch daran liegen, dass weiter im Süden viele Höfe herrenlos geworden waren und viele Menschen aus dem Norden nach Süden zogen. Der letzte, von dem bekannt ist, dass er in der ersten Pestwelle starb, war der Bischof von Stavanger "Guttorm Pålsson" am 7. Januar 1350.
Pestepidemien in Norwegen Zwischen dem Landregister des Erzbischofs Aslak Bolt von 1433 und dem des Erzbischofs "Olav Engelbrektsson" von 1530 ist ein Pachtrückgang für die 90 Höfe, für die Daten für beide Jahre vorliegen, auf 11 % festzustellen. Das kann man auf die gesamte Gegend von Trøndelag übertragen. Weiter im Landesinneren fiel der Pachtzins wesentlich weniger. Das bedeutet aber auch dort, dass der Bevölkerungszuwachs zwischen den Pestzeiten von der jeweilig nächsten Pestwelle mehr als aufgezehrt wurde. Ein fortgesetzter schwacher Bevölkerungsrückgang ist nicht zu übersehen. Mit der Umstellung von Getreideanbau auf Viehhaltung ging der Handel mit den Küstengebieten „Korn gegen Trockenfisch“ so weit zurück, dass der Küstenbevölkerung die Lebensgrundlage entzogen wurde. Das führte zu einer Wanderbewegung der Küstenbewohner in die guten aber verödeten Höfe nahe bei den zentralen Städten, was zur Verödung vieler Küstenorte führte. Vielerorts blieben nur Geisterorte zurück. In den großen regionalen Zentren herrschte allmählich eine große soziale Gleichheit, weil es kaum abhängige Arbeitskräfte gab. Wegen der starken Konkurrenz zwischen den Großgrundbesitzern um die wenigen Arbeitskräfte sank der Pachtzins dramatisch bis ungefähr auf 20–25 %. Damit konnten die Bauern von ihrer Ernte mehr behalten als vorher und besser leben. Der Lebensstandard der Bauern hob sich kräftig. Aber es gab auch weitere Folgen: Die starke Bevölkerungskonzentration nahe bei den Städten führte zu einem geringeren Warentransport durch das Land mit Salz und Eisen und umgekehrt mit Flöhen durchseuchtem Korn und Mehl. Da die nichtbäuerliche Produktion und Lohnarbeit zum Beispiel in der Pelzverarbeitung oder im Bauhandwerk zurückging, musste möglichst viel selbst hergestellt werden. Die Höfe strebten daher nach weitgehender Autarkie. Das schwächte die Ausbreitungsenergie der Pest.
Pestepidemien in Norwegen Die innenpolitische Katastrophe kommt in einem Schreiben der Königin Margarete vom 18. Oktober 1370 an ihren Mann König Håkon VI. von Norwegen zum Ausdruck. Dort bittet sie um Geld zur Beschaffung von Nahrungsmitteln, sonst müssten sie auf ihrem Schloss in Akershus verhungern. Da wütete die Pest in Oslo und im Umkreis. Die Pest hatte ihren Höhepunkt gerade vor der Erntezeit. Sie bat darin um Geld, nicht um sich aus dem Umland zu versorgen, sondern um Lebensmittel aus dem Ausland zu beschaffen. Die Pest zerstörte die Einkommensgrundlagen der Staatsmacht, also des Königs, des Adels und der Kirche. Die Heeressteuer (Leidangs-Steuer) für die Ausrüstung der Truppen und vor allem der Schiffe war kraft Gesetzes an den Landpachtzins gekoppelt. Fiel dieser auf 20–25 %, fielen auch die Steuereinnahmen entsprechend, was unmittelbare Auswirkungen auf die Verteidigungsbereitschaft des Landes hatte.
Pestepidemien in Norwegen Die folgenden Epidemien grassierten in den Jahren 1500, 1506, 1521, 1525, 1529, 1547, 1565–1567, 1582–1584, 1599–1604, 1619, 1625, 1629, 1636–1639 und 1654. Die Pestwellen liefen recht synchron zu den Pestwellen in England, Norddeutschland und den Niederlanden. Dabei fallen die drei Epidemien zwischen 1520 und 1530 auf, das einzige Jahrzehnt mit drei Pestwellen. Es ist auch das einzige Jahrzehnt, in dem auch in England drei Pestepidemien wüteten. Sie sind auf die wachsende wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent mit wachsendem Schiffsverkehr zurückzuführen. Dieser Gleichlauf gibt auch die Möglichkeit, die Pestepidemien von anderen Epidemien zu unterscheiden, wie Typhus, Pocken, Fleckfieber und ähnliche, die nicht von außen eingeschleppt wurden, sondern auf die hygienischen Verhältnisse in Norwegen zurückzuführen sind. Für Dänemark gibt es noch keine zuverlässige Erforschung der Pest für diesen Zeitraum. Während im 16. Jahrhundert die Pest hauptsächlich aus England eingeschleppt wurde, kam sie am Anfang des 17. Jahrhunderts gleichoft aus den Niederlanden, und später waren die Niederlande die Hauptquelle. Die Niederlande wurden zu dieser Zeit Haupthandelspartner Norwegens durch den Holzimport von dort. Nur die Pest von 1629 muss von einer norddeutschen Hansestadt eingeschleppt worden sein.
Pestepidemien in Norwegen Bislang war die Pest eine Strafe Gottes für die Sünden gewesen, so dass es auch keinen Sinn hatte, vor ihr zu fliehen. Im 16. Jahrhundert setzte ein großer Umdenkungsprozess ein. Man suchte nach natürlichen Ursachen.
Pestepidemien in Norwegen 1618 brach in Bergen die nächste und für das übrige Vestlandet auch die letzte Pestepidemie aus. Sie wurde wahrscheinlich aus den Niederlanden eingeschleppt. Quellen für diese Epidemie sind der Pfarrer "Maurits Madssøn Rasch" (Lit.: Rasch) auf der Insel Rødøy (Helgeland, Nordland-Fylke) und "Mikel Hofnagel" in Bergen. Letzterer beschränkte sich auf Bergen, während "Madssøn" auch über das übrige Nord-Norwegen berichtete. "Hufnagel" gibt Zahlen an, die auf einen guten Zugang zu geistlichen Registern schließen lassen. Nach ihm starben im Kirchspiel der Domkirche zu Bergen 2 650 Personen, 1 096 im Kirchspiel der Kreuzkirche, bei den Deutschen in Bryggen 278 Personen, insgesamt 3 997 Personen, also fast 1 000 mehr als in der vorangegangenen Epidemie, was allerdings auch auf die inzwischen wieder gewachsene Bevölkerungszahl zurückzuführen ist. Die Pest breitete sich über das Westland aus, also in die heutigen Fylke Hordaland und Sogn og Fjordane, da dort die Lehnsgüter der Festung Bergen für deren Unterhaltung lagen. Der Burghauptmann "Knut Urne" musste König Christian IV. berichten, dass er die fällige Steuer nicht zum 11. November werde zahlen können, da die Pest auf den Lehnsgütern gewütet habe.
Pestepidemien in Norwegen Wenn man die fünf Pestepidemien in Bergen seit 1565 vergleicht und den Erfahrungswert zugrunde legt, dass ungefähr 40 % der Bevölkerung einer Pestepidemie zum Opfer gefallen ist, ergeben sich folgende Bevölkerungszahlen jeweils zu Beginn der Epidemie:
Pestepidemien in Norwegen 1622 wurde der Handel mit den Niederlanden verboten, weil dort die Pest herrschte. Im Oktober 1664 wurden in Kopenhagen 3 Männer aus Christiania verurteilt, weil sie entgegen den strengen Quarantänebestimmungen ein niederländisches Schiff betreten hatten. 1665 wurde aus denselben Gründen das gleiche Verbot gegen England ausgesprochen. 1709 folgte ein Verbot gegen Danzig und andere pestbefallene Städte an der Ostsee. Als 1711 Christiania von der Pestepidemie bedroht wurde, mussten alle Schiffe die 40-tägige Quarantäne einhalten. Weil die Pest in Schweden wütete, wurde jeglicher Handel mit Schweden verboten und ein Grenzstreifen von 5 km von Menschen freigehalten. Militär wurde an die Grenze verlegt, das auf jeden schießen sollte, der die Grenze überschreiten wollte. Norwegen wurde von der Pest verschont. In Dänemark wurden Helsingør und Kopenhagen infiziert. Die Regierung schloss mit großen Truppenstärken einen Ring um die beiden Städte, dass niemand flüchten konnte. Die Bevölkerung wurde regelrecht belagert, und ein großer Teil der Bevölkerung starb. Diese Maßnahmen wurden in vielen Ländern durchgesetzt, so dass die Pest nach und nach aus Europa verschwand. Die letzte Epidemie in England war 1665–1666. Ende der 60er Jahre verschwand sie aus den Niederlanden. In Frankreich endete die Pest 1669, allerdings kam ein pestverseuchtes Schiff aus der Türkei, brach die Quarantäne-Bestimmung und löschte seine Ladung in einem kleinen Ort nahe von Marseille. Die Pest raste erneut in Südfrankreich und die Hälfte der Einwohner Marseilles wurde ihr Opfer, obgleich mit allen militärischen Mitteln die Flucht aus den pestverseuchten Gebieten bekämpft wurde.
Pestepidemien in Norwegen In der folgenden Darstellung wird im Wesentlichen das Buch “Svartedauen” des Pestforschers Ole Jørgern Benedictow zu Grunde gelegt. Er hat anhand der Quellen eine Art Itinerarium der Pestausbreitung entwickelt. Gegen seine Ergebnisse wird allerdings eingewandt, dass sie auf Voraussetzungen beruhen, die nicht immer tragfähig seien. Es werde zum Beispiel vorausgesetzt, dass es sich um die gleiche Pest handele, die im 20. Jahrhundert erforscht wurde. Diese Hypothese werde dann durch Auswahl, Deutung und Zusammenstellung der Quellen, die die Richtigkeit der Hypothese bereits unterstellen, bewiesen. Dass seine vorgefasste Meinung sogar Befunde negiere, ergebe sich auch aus seiner These, dass nur Ratten für die Übertragung in Frage kämen und, weil die Pest feststehe, es tatsächlich mehr Ratten in Norwegen gegeben haben müsse, als man bislang tatsächlich gefunden hat. Gleichwohl wird ihm im Folgenden im Großen und Ganzen gefolgt, weil die von ihm geschilderten geschichtlichen Abläufe davon kaum betroffen sind, und Gegenpositionen werden von Fall zu Fall angeführt.
Pestepidemien in Norwegen Nach den isländischen Annalen kam die nächste Epidemie 1391 bis 1392. Sie habe in Nord-Norwegen gewütet. Das spricht für einen Ausgangspunkt in Bergen. Die "Flateyarannalen" erwähnen ein Massensterben im Oslofjord ("Viken") für das Jahr 1392, die ebenfalls von England eingeschleppt sein muss.