Top 10 ähnliche Wörter oder Synonyme für herakleios

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Top 30 analoge Wörter oder Synonyme für herakleios

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Herakleios Die Lage des Kaisers war schließlich so verzweifelt, dass er eine Zeit lang angeblich überlegt haben soll, die Hauptstadt aufzugeben und sich ins sichere Karthago zurückzuziehen. Nur auf Drängen des Patriarchen Sergios soll er im Osten geblieben sein und nun einen kühnen Plan gefasst haben: Er wollte in die Offensive gehen und den Feind in seinem eigenen Land schlagen. Dieser an sich sehr mutige Schritt zeigt aber letztendlich nur die ungemein schwierige Lage, in der sich Ostrom zu jenem Zeitpunkt befand. Herakleios, der bereits 613 ein Heer nach Syrien begleitet hatte, erkaufte sich vom Awarenkhagan einen kurzen Frieden, sammelte die verbliebenen Truppen und verließ am 5. April 622 die Hauptstadt. Er begab sich mit dem Heer auf dem Seeweg nach Kleinasien. Vermutlich segelte die Flotte nach Pylai (lateinisch Pylae) in Bithynien (nicht nach Kilikien, wie teils in der älteren Forschung vermutet), wo er die Soldaten zunächst drillte. Schließlich marschierte der Kaiser landeinwärts; die genaue Route der Armee ist ebenso wie die genaue Stärke nicht bekannt, sie soll jedoch beachtlich gewesen sein. Die Maßnahmen des Kaisers zeigten offenbar Wirkung: Wohl in Kappadokien konnte Herakleios Ende 622 (nach anderen Angaben Anfang 623) den persischen General Shahrbaraz schlagen, wenn auch nicht entscheidend. Danach überwinterte das Heer in Kleinasien, wobei Herakleios nach Konstantinopel zurückkehrte, um sich um die Bedrohung durch die Awaren zu kümmern, die aber durch weitere Tributzahlungen zunächst ruhiggestellt werden konnten; dabei wäre der Kaiser angeblich beinahe in die Hände der Awaren gefallen. Es ist in diesem Zusammenhang beachtenswert, dass Herakleios der erste Kaiser seit Theodosius I. war, der persönlich an der Spitze einer Armee ins Feld zog und somit radikal mit einer über zweihundertjährigen Tradition brach: seit 395 hatten die oströmischen Kaiser Konstantinopel und sein engstes Umland nicht mehr verlassen. Eventuell sah sich Herakleios aufgrund der vorherigen Erfolglosigkeit unter innenpolitischem Druck. Jedenfalls aber behaupten die Quellen, dass sich Herakleios nun, da er in die Offensive ging, als ein hervorragender Stratege erwies. Ganz ungewöhnlich für römische Feldherrn war dabei, dass der Kaiser sich in der Art eines hellenistischen Königs immer wieder selbst ins Kampfgetümmel begeben zu haben scheint.
Herakleios Die Perser, bei welchen die Invasion des Herakleios wohl eine Schockwirkung hinterließ, obwohl der größte Teil ihrer Truppen – wie gesagt – ungeschlagen war, wünschten nun Frieden und mussten 629/30 alle seit 603 besetzten Gebiete und das Kreuz Christi zurückerstatten (die Rückführung des Kreuzes ist bis heute ein hoher Feiertag der orthodoxen Kirche). Reparationen mussten sie hingegen ebenso wenig leisten wie Gebiete abtreten: Herakleios hatte zwar die römischen Grenzen von 602 wiederherstellen können, aber eben auch nicht mehr; der Frieden wurde zwischen gleichrangigen Partnern geschlossen und stellte schlicht den "status quo ante" wieder her. Dennoch ließ er sich feiern. Der Kaiser brachte das Kreuz zunächst im Triumph nach Konstantinopel, am 21. März 630 (nach den neuesten Untersuchungen) zog er mit glänzendem Gefolge nach Jerusalem, um dort die hochverehrte Reliquie wieder in die Grabeskirche hinter dem Golgotahügel zu bringen. Nach einer Legende, die möglicherweise schon kurz nach dem Ereignis entstand, verschloss sich auf wundersame Weise das Stadttor, durch das der Kaiser zu Pferd und im prächtigen Ornat einziehen wollte. Erst als Herakleios auf Mahnung eines Engels (nach späteren Versionen des Patriarchen von Jerusalem) vom Pferd stieg und seine Prachtgewänder ablegte, um das Kreuz nach dem Vorbild Christi in Demut zu tragen, konnte er seinen Zug fortsetzen.
Herakleios Innenpolitisch hatte Herakleios schwer mit dem ungelösten Problem des Miaphysitismus („Monophysitismus“) zu kämpfen, wobei er vergeblich bemüht war, die Kirche im Reich zu einigen: Um das Problem der zentralen Frage, ob Jesus nur eine (göttliche, wie die Miaphysiten meinten) oder zwei unvermischte Naturen (menschliche und göttliche, wie von den Orthodoxen seit dem Konzil von Chalkedon vertreten) gehabt habe, zu umgehen, wurde die Formel der "Ekthesis" (siehe auch Monotheletismus) entworfen, wonach Jesus jedenfalls nur "einen Willen" habe. Trotzdem schlug auch diese Kompromisslösung fehl, da die Mehrheit auf beiden Seiten unnachgiebig blieb und diesen Entwurf ablehnte. In gewisser Weise wurde das Problem der religiösen Einheit dann von außen gelöst, als die Araber diejenigen Provinzen, die nicht der Orthodoxie anhingen, eroberten.
Herakleios Herakleios ordnete außerdem die Zwangstaufe von Juden an (ähnliches geschah jedoch auch beispielsweise im merowingischen Frankenreich). Der Kaiser wird den Juden auch misstraut haben, was aus deren Verhalten während der persischen Invasion resultierte (siehe oben). Die Juden, deren rechtliche Lage sich zuvor stetig verschlechtert hatte, hatten sich offenbar politische und religiöse Autonomie von den als relativ tolerant geltenden Persern erhofft.
Herakleios In der islamischen Überlieferung wird Herakleios vor allem als der Adressat eines Schreibens des Propheten Mohammed erinnert, in dem dieser den Herrscher von Byzanz aufforderte, den Islam anzunehmen. Das Schreiben soll ihm von dem Kaufmann Dihya ibn Chalīfa al-Kalbī auf einer Gesandtschaftsreise überbracht worden sein, ist aber als Erfindung anzusehen.
Herakleios Herakleios’ gesamte Regierungszeit war geprägt von einem militärischen Abwehrkampf gegen äußere Aggressoren, zuerst gegen die Perser, später dann gegen die Araber. Im Inneren vollzog sich die Wandlung hin zum nun vollständig gräzisierten Imperium, wobei Staat und Gesellschaft tiefen Veränderungen unterworfen waren.
Herakleios Flavius Heraclius war wahrscheinlich armenischer Abstammung, wenngleich die Herkunft seiner Familie in den Quellen teils abweichend angegeben wird. Seine Mutter hieß Epiphania, sein Vater, Herakleios der Ältere, war unter Kaiser Maurikios General gewesen, bevor er zum Exarchen von Karthago ernannt wurde (im Prinzip ein Gouverneur mit weitreichenden militärischen und zivilen Befugnissen, siehe Exarchat von Karthago). Der jüngere Herakleios dürfte auch noch Latein gesprochen haben, doch seine Muttersprache wird wohl Griechisch gewesen sein. Möglich (aber eher unwahrscheinlich) ist auch eine Abstammung von den Arsakiden, die bis 226 in Persien und bis 428 in Armenien regierten.
Herakleios Die fehlgeschlagene Belagerung von Konstantinopel markierte den Wendepunkt des Krieges: Das Awarenreich auf dem Balkan zerfiel infolge innerer Unruhen, während die Römer weiter in die Offensive gingen. Herakleios sammelte weiter Truppen in Lazika am Schwarzen Meer und nahm mit den „Chasaren“ (so die Bezeichnung in den Quellen, in Wahrheit wird es sich um die Göktürken gehandelt haben) Kontakt auf, die ihm ebenfalls Truppen stellten und überdies Anfang 627 eine Invasion in das Hochland Ostirans vornahmen. Als wie folgenreich dieses türkische Eingreifen wahrgenommen wurde, belegen chinesische Quellen, die lediglich davon sprechen, die Perser seien von den Türken besiegt worden, und Herakleios überhaupt nicht erwähnen. Im Sommer 627 trafen zudem weitere römischer Truppen aus Kleinasien beim Kaiser ein. Mit türkischer Unterstützung wurde ein persischer Verband unter "Sharaplakan" vernichtet, der persische General fiel in der Schlacht. Shahrbaraz, trotz mancher Niederlagen der beste General Chosraus, hatte sich nach Ägypten zurückgezogen und sollte in der Folgezeit auch nichts weiter gegen Herakleios unternehmen; offenbar hatte sich Chosrau mit seinem General überworfen. Herakleios, der nunmehr den südlichen Kaukasusraum kontrollierte, marschierte im September 627 von Tiflis aus nach Süden, wobei ihn seine türkischen Hilfstruppen aber bald verließen.
Herakleios Zum Ende seines Lebens ergaben sich in der Nachfolgefrage noch einmal Probleme, da Martina ihrem Sohn Heraklonas den Thron sichern wollte. Schon um 637 waren der illegitime Sohn Athalarich und Theodoros, ein Neffe des Kaisers, unter dem Vorwurf des Hochverrats verhaftet und grausam verstümmelt worden − man schnitt beiden Nasen, Ohren und Füße ab. Schließlich traten die beiden Söhne Konstantin III.und Heraklonas gemeinsam die Nachfolge an, als Herakleios am 11. Februar 641 in Konstantinopel sein Leben aushauchte. Konstantin starb aber sehr bald, und nach einer kurzen Herrschaft der Martina, die im Namen des unmündigen Heraklonas regierte, bestieg sein Sohn als Konstans II. den Thron. Unter ihm vollendete sich der Wandel des oströmischen in das byzantinische Reich.
Herakleios Wichtige Quellen für seine Regierungszeit stellen die "Osterchronik", eine anonyme syrische Chronik ("Anonymus Guidi"), die Geschichtswerke des Pseudo-Sebeos, des Theophanes und des Nikephoros sowie die Gedichte Georgs von Pisidien dar. Die Quellenlage ist allerdings sehr problematisch, gerade was Versuche einer Charakterisierung des Kaisers betrifft.