Top 10 ähnliche Wörter oder Synonyme für elagabal

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caracalla    0.812947

macrinus    0.795837

maximian    0.795028

gallienus    0.794254

maximinus    0.787072

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Top 30 analoge Wörter oder Synonyme für elagabal

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Elagabal Elagabal gelangte durch eine Militärrevolte gegen seinen Vorgänger Macrinus an die Macht, wobei er sich als unehelicher Sohn des im Jahr 217 ermordeten Kaisers Caracalla ausgab. Während seiner rund vierjährigen Herrschaft machte er sich in weiten Kreisen verhasst. Schließlich war er politisch isoliert und wurde von meuternden Soldaten ermordet. Er hatte keine Nachkommen. Dennoch konnte sich die herrschende severische Dynastie über seinen Tod hinaus an der Macht halten.
Elagabal Am 8. Juni 218 kam es in der Nähe von Antiocheia zur Entscheidungsschlacht, die Macrinus verlor. Er wurde auf der anschließenden Flucht gefangengenommen und getötet. Elagabals Großmutter und Mutter waren auf dem Schlachtfeld anwesend und trugen nach der Schilderung des Zeitgenossen Cassius Dio wesentlich zum Sieg bei, indem sie in einer kritischen Kampfphase die schon fliehenden Truppen zum Standhalten bewogen. Da es beiden Heeren an kompetenter Führung mangelte, verlief die Schlacht chaotisch.
Elagabal Elagabal versuchte sich eine Machtbasis zu schaffen, indem er Männer niederer Herkunft aus seiner Umgebung in hohe Ämter beförderte, was ihm in konservativen aristokratischen Kreisen sehr verübelt wurde. Zu diesen führenden Persönlichkeiten seiner Herrschaftszeit gehörte Publius Valerius Comazon, der ursprünglich Tänzer und Schauspieler gewesen sein soll, dann eine militärische Karriere machte, beim Aufstand gegen Macrinus eine wichtige Rolle spielte und schließlich unter Elagabal Prätorianerpräfekt, zusammen mit dem Kaiser ordentlicher Konsul und dreimal Stadtpräfekt wurde.
Elagabal Der Versuch des jugendlichen Kaisers, dem Reich eine neue, rein orientalische Staatsreligion zu verordnen und die jahrhundertealte religiöse Tradition der konservativen Römer zu verdrängen, war in der römischen Geschichte beispiellos. Die Kühnheit des Vorhabens wurde noch gesteigert durch das schroffe und radikale Vorgehen bei der Etablierung des neuen, den Römern fremden und unbegreiflichen Staatskultes. Erklärbar ist das Verhalten Elagabals, wenn man davon ausgeht, dass er sich tatsächlich – wie seine Münzprägung andeutet – unter dem Schutze seines Gottes als dessen oberster Priester für unangreifbar hielt. Unter diesem Gesichtspunkt werden auch seine anderen unbesonnen und sogar tollkühn wirkenden Schritte und die Missachtung römischer Sitten begreiflich.
Elagabal Nach seinem Sieg machte sich Elagabal auf die Reise nach Rom. Unterwegs kam es zu einem Konflikt mit seinem Erzieher Gannys. Gannys, der zu Elagabals verwitweter Mutter in einem eheähnlichen Verhältnis stand, hatte bei der Organisation des Aufstands gegen Macrinus eine maßgebliche Rolle gespielt. Sein Versuch, auf den jungen Kaiser Einfluss zu nehmen, führte zu einem tödlichen Machtkampf; Elagabal soll Gannys eigenhändig getötet haben.
Elagabal Der neue Herrscher war nicht bereit, auf die Vorrechte des Senats und die Sitten und Interessen der führenden Kreise Rücksicht zu nehmen, sondern hielt sich, obwohl er in Rom aufgewachsen war, an die Gepflogenheiten seiner orientalischen Heimat. So brüskierte er die Stadtrömer, indem er orientalische Priestertracht trug. 219 heiratete er eine vornehme Römerin, Julia Cornelia Paula, die er aber im folgenden Jahr verstieß. Eine zweite Ehe schloss er mit der Vestalin Julia Aquilia Severa, was aus römischer Sicht eine unerhörte Provokation war, denn auf Missachtung der Keuschheitspflicht einer Vestalin stand traditionell die Todesstrafe. Auf Drängen seiner Großmutter trennte er sich 221 von der Vestalin und ging eine dritte Ehe mit Annia Faustina ein, kehrte aber noch vor dem Ende des Jahres zu Aquilia zurück. Alle drei Frauen Elagabals führten den Titel Augusta und sind auf Münzen als Kaiserinnen bezeugt. Möglicherweise ging Elagabal in seiner vierjährigen Regierungszeit noch eine oder zwei weitere Ehen ein.
Elagabal Den heiligen Stein von Emesa, der dort im Mittelpunkt des Elagabal-Kults stand, brachte der Kaiser nach Rom mit. Es war also von Anfang an geplant, den bisher nur in Emesa verehrten Elagabal zum Reichsgott zu machen. Auf dem Palatin wurde zur Unterbringung des Steins ein Tempel gebaut und eine Priesterschaft eingerichtet. Ein weiterer Elagabal-Tempel befand sich außerhalb der Hauptstadt. Oberpriester war der Kaiser selbst "(sacerdos amplissimus dei invicti Solis Elagabali)". Mit einer prunkvollen Festprozession im Sommer waren Spiele und Volksbelustigungen verbunden. Verschiedene Rückseitenmotive der unter Elagabal geprägten Münzen nehmen auf die von ihm gepflegten religiösen Vorstellungen Bezug: Ein Aureus (Goldmünze) zeigt auf der Quadriga den Stein von Emesa, weitere Rückseiten mit dem opfernden Kaiser benennen Elagabal als unbesiegbaren Priester oder als Priester des Sonnengottes.
Elagabal Dass der Kaiser nach orientalischem Brauch beschnitten war, war den Römern ein Gräuel. Vor dem Hintergrund der Gegensätze zwischen östlicher und westlicher religiöser Tradition sind auch Berichte über Orgien, Homosexualität und Transsexualität, (sakrale) Prostitution, ein Streben Elagabals nach Androgynie und sogar nach Kastration zu deuten. All dies hatte – soweit es zutrifft – eine religiöse Wurzel, für welche die römischen Geschichtsschreiber kein Verständnis aufbringen konnten. Dies gilt auch für Elagabals Gewohnheit des rituellen Tanzens und seine fremdartige Priesterkleidung; Kleiderluxus wurde in Rom missbilligt.
Elagabal Julia Maesa erkannte, dass sich Elagabal unter den gegebenen Umständen nicht auf Dauer an der Macht halten konnte, und bereitete eine Alternative vor. Sie hatte neben Julia Soaemias noch eine jüngere Tochter, Julia Mamaea. Es gelang ihr durchzusetzen, dass Julia Mamaeas Sohn Bassianus Alexianus, der nun den Namen Alexander annahm, am 26. Juni 221 von Elagabal adoptiert wurde und den Titel "Caesar" erhielt. Damit war Alexander – der künftige Kaiser Severus Alexander – zum Nachfolger seines kaiserlichen Vetters designiert.
Elagabal Im Rahmen der "damnatio memoriae" wurde nach Elagabals Tod sein Name auf Inschriften getilgt, Bildnisse des gestürzten Kaisers wurden teils zerstört, teils aus der Öffentlichkeit entfernt und gelagert.